Nachfolgender Artikel erschien am 30.01.2012
im Flensburger Tageblatt
Beliebtester Ferienhof
steht in Ahneby

Heiner Iversen und Ehefrau Anke (links) freuen
sich zusammen mit Sohn Kord über die
Auszeichnung "Beliebtester Kinder-Ferienhof in Deutschland 2011". Foto: U.
KÖHLER
Ahneby. Anke
und Heiner Iversen haben ein großes Herz für Kinder - und das spüren die bei
ihnen urlaubenden Jungen und Mädchen sehr wohl. Sie kommen zusammen mit
ihren Eltern aus allen Teilen der Republik, um beim "Urlaub auf dem
Bauernhof" hautnah Landwirtschaft zu erleben. Die Kinder haben bei einer
Gästebefragung der Zentrale für den Landurlaub mit Sitz in Bonn den
"Lindenhof" der Iversens in der Gemeinde Ahneby nach 2008 nun zum zweiten
Mal zum "Beliebtesten Kinder-Ferienhof in Deutschland" erwählt. Das freut
die Eheleute, selbst Eltern vier erwachsener Kinder, riesig. Die Urkunde
wurde ihnen auf der "Grünen Woche" in Berlin von der Vorsitzenden der
Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus in
Deutschland, Ute Mushardt, von der stellvertretenden Vorsitzenden des
Ausschusses für Tourismus im Deutschen Bundestag, Rita Pawelski, sowie vom
Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, überreicht.
Natürlich hat es den Iversens in Berlin gefallen - aber sie waren froh, in
die Beschaulichkeit von Ahneby zurückkehren zu können. Solch ein Ausflug in
die Hektik einer Großstadt lässt sie nachempfinden, was die Urlauber bei
ihnen so schätzen: Ruhe und Natur - alles klein und fein, und sehr familiär.
Bereits fünf Mal wurde der Ferien-Bauernhof übrigens zum "Beliebtesten
Ferienhof in Schleswig-Holstein" gekürt - zuletzt 2010. Ackerbau,
Schweinehaltung, Erzeugung regenerativer Energien und "Ferien auf dem
Bauernhof", das sind die vier Betriebszweige des "Lindenhofs".
Der 56-jährige Landwirt Heiner Iversen, Bürgermeister von Ahneby, und seine
gleichaltrige Frau Anke, die Lehrerin ist, kennen sich, so lange sie leben -
aus dem Säuglingszimmer der Diako in Flensburg. Dort hatten ihre Mütter im
Mai 1955 mit einem Abstand von acht Tagen entbunden. Das nächste Wiedersehen
gab’s beim Fahrschulunterricht und dann beim "Tanz im Westen" in Esperstoft,
1978. Zwei Jahre später wurde geheiratet. 1985 übernahm Heiner Iversen vom
Vater den landwirtschaftlichen Betrieb und damit verbunden den Betriebszweig
"Urlaub auf dem Bauernhof", den die Mutter seit Mitte 1970 peu à peu
aufgebaut hatte - in frei gewordenen Kinderzimmern und im Altenteil. Anfangs
konnten zwei Familien aufgenommen werden - heute gibt es fünf
Feriendomizile, einmal mit drei, vier Mal mit vier Sternen klassifiziert. Es
gibt ein separates Blockhaus, im Haupthaus des Anwesens eine 130
Quadratmeter große Landhaus-Wohnung sowie das "Schwalben"- und "Eulennest"
und das Pförtnerhaus: Platz für 25 Personen.
Der "Lindenhof", zu dessen Haupthaus eine Lindenallee führt, ist ein
Dreiseithof, repräsentiert eine Zeit, die von Wohlstand zeugte. Es war der
Großvater von Heiner Iversen, der 1916 hier einheiratete - seitdem spricht
man in Ahneby vom Iversen-Hof. Die "Ferien auf dem Bauernhof"-Saison
erstreckt sich von März bis Anfang November. Dann können die Gäste auf dem
65 Hektar großen Vollerwerbsbetrieb viel erleben. Zum Ackerbau gehören der
Anbau von Getreide, Raps und Mais. Außerdem gibt es 140 Sauen aus einer
dänischen Züchtung und 1300 Mastplätze für Ferkel.
Ein besonderer Spaß für die Kinder ist neben dem Eintauchen in die
Arbeitsabläufe auf einem landwirtschaftlichen Betrieb das Treffen mit
"Pauline". Sie ist ein "halbes" Angler Sattelschwein, denn ihre reinrassige
Mutter "Paula", die 2005 auf dem Hof einzog, wurde mit einem Pietrain-Eber
gekreuzt. Wenn "Pauline" mit ihren Ferkeln über den Hof stolziert oder sich
im Matsch suhlt, kennt die Begeisterung der Kinder keine Grenzen.
Aber nicht nur "Pauline" fällt unter die Rubrik "Spaßtiere", sondern auch
einige Ponys, eine Handvoll Hühner (der Frühstückseier wegen), Laufenten,
die für einen Nacktschnecken-freien Garten sorgen, Kaninchen,
Meerschweinchen, acht Katzen und ein Hund namens "Stan", ein
Bordercollie-Labrador-Mischling. In der Regel sind es Familien mit zwei
Kindern, die es manchmal mehrmals pro Jahr nach Ahneby zieht. Die
Mund-zu-Mund-Propaganda, sagt Anke Iversen, sei "die beste Werbung, die man
sich neben der Werbung im Internet vorstellen kann". Auch
Kindergarten-Gruppen und in Heimen lebende Jungen und Mädchen besuchen den
Hof - alle als Selbstversorger. Und für Kinder, die in großer Runde
Geburtstag feiern möchten, ist der "Lindenhof" mit seinem Partyraum
ebenfalls eine beliebte Adresse.
Längst verbindet die Iversens eine langjährige Freundschaften mit ihren
Gästen. Eine heute 42-jährige Frau vom Rhein kam zum ersten Mal mit ihren
Eltern, da war sie gerade einmal fünf Jahre alt. Heute kommt sie mit ihrem
Mann und gehört zu denen, die gerne "außer der Reihe" in Ahneby weilen -
beispielsweise Silvester.
"Urlaub auf dem Bauernhof" ist auch dem 26-jährigen Sohn Kord ans Herz
gewachsen. Wenn er irgendwann zusammen mit seiner Freundin Inga den
elterlichen Betrieb als Landwirt übernimmt, dann wird er - das sei für ihn
selbstverständlich - auch diesen Betriebszweig fortsetzen.
Ursel Köhler
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